Zum Comeniusprojekt SCUBA (Zusammenfassung)

Fünf Schulen mit einer Schülerschaft der Altersgruppe 15-18 aus fünf Ländern (Deutschland, Türkei, Polen, Tschechien, Belgien) führten eine multilaterale Comenius Partnerschaft SCUBA (Schools Communicating Understanding for Business Awareness) durch. Die Partnerschaft wurde bei einem 4-tägigen vorbereitenden Treffen in der Türkei (Antalya Lisesi) im Detail vorbereitet. Koordinator des Projekts war Deutschland.

Die Partnerschaft involvierte Schüler/innen verschiedener Jahrgänge und Bildungsgänge, Lehrer und Firmen der Umgebung. Der Schwerpunkt der Partnerschaft lag im Bereich des interkulturellen Lernens. Ziel war es, die Schüler auf  ihren zukünftigen Beruf, der im heutigen Europa fast immer in einem interkulturellen Bezug steht, vorzubereiten und sie in die Lage zu versetzen, erfolgreich in der zukünftigen Berufswelt im eigenen Land und möglicherweise im Ausland zu handeln. Darüber hinaus wurden Schüler, Lehrer und Firmen für unterschiedliche Verhaltens –und Umgangsweisen in den europäischen Ländern sensibilisiert und bauten so Vorurteile sowie stereotypes Denken ab.

In einem ersten Schritt wurde in allen Ländern ein im Curriculum verankerter Kurs (angelehnt an Unterrichtsmaterial ALWIS e.V. Arbeitsleben, Wirtschaft, Schule  interkulturelle Kompetenz englisch sowie Basisliteratur von Autoren wie Geert Hofstede, Alexander Thomas ) durchgeführt, der das Bewusstsein und Wissen in den Bereichen Kommunikationsstile, Geschlechterrollen, Entscheidungsprozesse, Beziehungsaufbau, Kleiderordnung und Ausdruck von Gefühlen im eigenen Land aufbaute und steigerte. Dieser Kurs basierte auf Rollenspielen, Dialogen und Partner- sowie Gruppenübungen, die in allen Ländern gleich durchgeführt werden. Die Ergebnisse wurden ins Englische übersetzt und als e-Handbuch allen Partnern zur Verfügung gestellt.

Als körperlich aktiver Teil des Projekts und im Sinne einer interkulturellen Erziehung durch Sport (in Anlehnung an u.a. Petra Gieß-Stüber, Ralf Erdmann) wurden parallel drei traditionelle kleine Sportspiele des Landes erarbeitet und die englische Version wurde dem e-Handbuch beigefügt. Die Schüler erstellten einen Werbeflyer für jeweils ein Spiel. Ein Wettbewerb zur Gestaltung eines SCUBA-Logos wurde in allen Ländern ausgeschrieben und durchgeführt, so dass z. B. T- Shirts produziert werden konnten und die Identität der beteiligten Gruppen mit dem Projekt gesteigert wurde.

In einem weiteren Schritt erarbeiteten Schüler in Anlehnung an die Schwerpunkte im Kurs einen Fragebogen zu interkulturellen Gepflogenheiten für Firmen. Schüler verschiedener Klassen und aller Länder führten die Befragungen bei Firmen der Nachbarschaft und Partnerfirmen der Schulen durch und werteten diese aus. Schon zu Beginn des Projektes gebildete Kleingruppen von Schülern (je ein Schüler aus jedem Land) kommunizierten während der ganzen Projektzeit  und tauschten anhand eines von Schülern der Länder erstellten Fragebogens ihre Erfahrungen zu den interkulturellen Themen aus ihren Praktika und Besuchen bei Firmen aus.

Bei fünf Projekttreffen mit Schülern und Lehrern aller Partner in den Partnerländern wurden von den besuchenden Schüler in Kleingruppen eine Video-/Photostory erstellt und ihre Beobachtung hinsichtlich der interkulturellen Kommunikation (in Bezug auf Kommunikationsstile, Geschlechterrollen etc.) in kreativer Weise festgehalten. Die Ergebnisse wurden zudem in einer Power Point Präsentation dokumentiert. Außerdem spielten die Schüler gemeinsam die traditionellen, kleinen Sportspiele des Landes. Am Ende des Projekts wurde eine DVD mit den Produkten der Besuche erstellt und an Firmen sowie benachbarte Schulen versandt. Darüber hinaus wurde in jedem Partnerland eine Ausstellung von Schülern geplant und durchgeführt zu der die Firmen, Eltern und benachbarte Schulen eingeladen werden.

Die Kommunikation erfolgt über e-Mail, skype und eine Webseite/ Blog, die von Schülern und Lehrern gepflegt wird.  Das e- Handbuch und alle Ergebnisse der Fragebögen etc. wurden auf der Webseite/Blog für alle zugänglich gemacht. Zur Evaluation diente die Qualität der Produkte, die Anzahl der beteiligten Schüler (Kurs,  Austausch etc.) und Firmen. Die Anzahl der Besucher der Ausstellung gab Aufschluss über den Erfolg. Alle zwei Monate fand eine interne Evaluation mittels eines Fragebogens (Online Progress Report) statt, ebenso wurden die Besuche mit Fragebögen evaluiert. Für alle Schüler jeder Schule wurde auf der Webseite/Blog ein feedback forum eingerichtet, in dem jeden zweiten Monat eine neue Frage zu beantworten war. Die Ergebnisse wurden auf der Webseite zugänglich gemacht.