Diebstahl im Einzelhandel – was ist zu tun?

Die Polizei informiert unsere Auszubildenden im Einzelhandel am KSBK

Nicht wenige unserer Auszubildenden im Einzelhandel haben bereits Erfahrungen mit Diebstählen in ihren Ausbildungsbetrieben gemacht. Aber was ist zu tun, wenn man einen Dieb erwischt? Was darf man, was nicht?

Auf diese Fragen erhielten unsere Auszubildende am 25.01.2018 Antworten. Die Fortbildung Ladendiebstahl fand bereits das dritte Mal an unserer Schule statt und erweist sich als ein sinnvoller Bestandteil unserer schulischen Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler hatten sich vorab im Unterricht auf das Thema vorbereitet. Martina Rautenberg, Kriminaloberkommissarin im Kommissariat für Kriminalprävention und Opferschutz, hatte einen spannenden und ab-wechslungsreichen Vortrag vorbereitet, in dem viel Platz für die unterschiedliche Fragen und Erfahrungen der Auszubildenden war. „Krass“ fanden die Auszubildenden, dass ca. 810 Mio. von ca. 3,4 Mrd. Diebstählen auf das Konto der eigenen Mitarbeiter gehen und dass ca. 26 Millionen Diebstähle im Jahr 2016 unentdeckt blieben. Warum bleiben Diebstähle unentdeckt, fragt man sich. Die Antwort ist einfach und erschreckend, denn „jeder“ kann letztlich ein Dieb sein. Die Erfahrung zeigt, dass Diebe aus allen Gesellschaftsschichten kommen. Das macht es natürlich für jeden Mitarbeiter im Einzelhandel schwer und deshalb sollte man stets aufmerksam sein.

Aber was ist zu tun, wenn man einen Dieb erwischt? Das Wichtigste – so Kriminalhauptkommissarin Rautenberg – sei, sofort die Polizei zu rufen. Man dürfe einen Dieb festhalten und ihn, wenn er zu flüchten versucht, gegebenenfalls auch einsperren. Das ist laut §12 StOP möglich. Entscheidend sei aber, dass man immer auf seine Eigensicherung achtet und dass der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit berücksichtigt wird. Man sollte also nicht zu dominant sein. Ebenso wichtig ist, dass nur die Polizei den mutmaßlichen Dieb durchsuchen und seine Personalien aufnehmen darf. Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass auch Diebe unter 14 Jahren bestraft werden können, also sollte man auch bei Kinderdieben immer die Polizei rufen.

Eine rege Diskussion wurde auch über die Sicherung der Waren geführt. Gerade in Modegeschäften werden Magnete genutzt, um die Kleidung zu entsichern. Mittels kleiner Videofilme konnten die Schülerinnen und Schüler sehen, wie Diebe z. B. in einer Apotheke zahlreiche Gegenstände stahlen.

Die Auszubildenden bewerteten diese Informationsveranstaltung als sehr positiv. Besonders gut gefallen hatten ihnen die Videos und auch die zahlreichen neuen Informationen. So war einigen nicht klar, dass die eigenen Geschäfte in der Regel ein so genanntes Diebstahlprotokoll haben, das stets ausgefüllt werden sollte. Besonders interessant war, dass die unterschiedlichen Einzelhandelsunternehmen natürlich auch unterschiedliche Probleme mit Dieben haben und darüber ein reger Austausch stattfinden konnte. Diese Fortbildung sei, so die die Auszubildenden, sehr hilfreich und informativ gewesen.