Wie verhalte ich mich bei Ladendiebstahl?

Fortbildung der Einzelhändler durch die Kriminalpolizei

Am 23.10. fand am Karl-Schiller-Berufskolleg erstmals eine Fortbildung zum Thema Ladendiebstahl statt. Kriminalhauptkommissarin Rautenberg und Kriminalhauptkommissar Bachem vom Kriminalkommissariat Kriminalprävention und Opferschutz gestalteten die Fortbildung abwechslungsreich und spannend.

Zu Beginn erläuterte die Kommissarin die Definition von Diebstahl laut Strafgesetzbuch und grenzte diesen vom räuberischen Diebstahl und Raub ab. Die Einzelhändler lernten im Verlauf der Fortbildung noch weitere typische Vergehen kennen, so fällt zum Beispiel das Vertauschen von Preisschildern unter den Straftatbestand der Urkundenfälschung.

Die aktuellen Zahlen besagen, dass zwar im vergangenen Jahr die Anzahl der Diebstähle zurückgegangen ist, der Schaden betrug jedoch beeindruckende 2,5 Mrd. Euro laut der Berufsgenossenschaft Handel. Andere Quellen sprechen sogar von Diebstählen in Höhe von 4 Mrd. Euro.

Wie erkennt man nun Ladendiebe? – war eine wichtige Frage der Einzelhändler. Frau Rautenberg erklärte, dass dies recht schwierig sei, weil „jeder“ ein Dieb sein könnte, da Diebe aus allen Gesellschaftsschichten kämen. Es gibt zudem professionelle Gruppen, bei denen ein Teil die Verkäufer ablenkt, während der andere Teil der Gruppe die Diebstähle begeht. Außerdem nimmt das professionelle Vorgehen immer mehr überhand, weil unterschiedlichste Gegenstände dazu genutzt werden, um das Diebesgut zu verstecken. Nur eine gute Beobachtungsgabe, Aufmerksamkeit und Erfahrung führen dazu, Diebe zu erkennen.

Wie geht man „rechtlich“ einwandfrei mit Ladendieben um? – Sehr viele der Auszubildenden haben bereits Erfahrungen mit Ladendiebstählen gemacht. Und natürlich bewegte sie besonders diese Frage. Grundsätzlich empfahl der Kriminalhauptkommissar Bachem bei jedem Diebstahl die Polizei zu rufen. Nur auf diese Weise gäbe es die Möglichkeit Wiederholungstäter zu erkennen und sie entsprechend zu bestrafen. Der wichtigste Aspekt beim Umgang mit Dieben sei der Aspekt der Verhältnismäßigkeit, so Herr Bachem. Man darf den Dieb festhalten, auch ggf. fest zupacken und ihn auch einsperren, sollte der Dieb versuchen zu flüchten. Aber man sollte nicht übertrieben dominant handeln. Eine Durchsuchung der Diebes, der Tasche/des Rucksackes und auch die Feststellung der Personalien sind nur der Polizei erlaubt.

Abschließend gab Kriminalkommissar Bachem noch kurz Verhaltenstipps gegen Kriminalität. Er wies daraufhin, dass es wichtig sei, sich mit der Angst auseinanderzusetzen, die man bei einem möglichen Diebstahl haben könnte. Nur dann entwickelt man eine Strategie, die einen schon „positiver“ reagieren lässt. Ein selbstbewusstes und klares Auftreten verhindere ebenfalls „Opfer“ zu werden. Denn so sagte er abschließend, „Täter suchen Opfer, keine Gegner.“

Die Auszubildenden äußerten sich abschließend durchweg positiv zu dieser Fortbildung, jeder von ihnen bestätigte, hier gute Tipps erhalten zu haben. Auch die Kommissare waren sehr angetan davon, erstmalig an einer Berufsschule über dieses Thema informieren zu dürfen. Und so wurde beschlossen, dass diese Fortbildung regelmäßig an unserer Schule angeboten wird.